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Etwa
18 km von Bari entfernt liegt die antike Stadt Bitonto
(Butuntum), die messapischen Ursprungs ist und erst griechische Kolonie, dann römisches
Munizipium war. In byzantinischer Epoche wurde sie vom Verwalter Zaccaria geplündert
und erwachte unter verschiedenen Feudalherren zu neuem Glanz. 1734 vernichtete
Karl III hier die österreichischen Truppen und beendete damit die Herrschaft Österreichs
über das Reich von Neapel. In Bitonto steht die architektonisch harmonischste
Kathedrale Apuliens. Die Fassade, die Seitenansichten, das Innere, die zu den
baulich vollkommensten Italiens gehörende Krypta: alle Elemente haben ihre
ursprüngliche Form unverändert erhalten.
Eine kurze Strecke von 13 km führt uns von Bitonto nach Terlizzi,
wo das Oratorium „del Rosario“ aus dem 13. Jhd. steht. 4 km weiter erreichen
wir Ruvo di Puglia mit seiner
wunderschönen Kathedrale. Interessant ist der vom eigentlichen Gebäude
getrennt stehende Kirchturm. Ferner lohnt sich ein Besuch des archäologischen
Museums Jatta.
Eine panoramische Straße
führt uns zur imposanten Burg Castel del
Monte, deren achteckiger Grundriss die typischen Strukturen der Renaissance
ankünden.
Unser Weg führt uns
nun weiter nach Spinazzola, einem
Dorf, das auf einer antiken römischen Siedlung gründet. Der heute erhaltene
Kern ist jedoch mittelalterlichen Ursprungs. Hier wurde Papst Innozenz XII
geboren.
Ganz in der Nähe
befindet sich Minervino Murge, das
auch der „Balkon von Apulien“ genannt wird, weil es dank seiner erhöhten
Lage das ganze Hügelland zu dominieren scheint.
Canosa
ist sowohl vom geschichtlichen als auch vom archäologischen Gesichtspunkt sehr
wichtig. Die antiken Geschichtsschreiber dachten, die Stadt Canusium sei von
Diomedes gegründet worden. Tatsache ist, dass diese Stadt, die eine der
einflussreichsten von der antiken Region Apulia war, im 1. Und 2. Jhd.v.Chr. ein
reges Kulturzentrum war. Zur Zeit der Normannen bildete sie einen militärisch
wichtigen Knotenpunkt. Die Diözese ist 374 gegründet worden und demnach eine
der ältesten von Apulien.
Die polichromen
und mit Figuren bemalten Töpfe aus Canosa waren schon in der Antike berühmt
und sind heute von Sammlern sehr gesucht. Im Stadtpark stehen einige Säulen des
antiken römischen Anfitheaters. In der Nähe von Canosa kann ferner ein römischer
Bogen betrachtet werden, unter dem die „via Traiana“ durchführte, sowie
eine römische Brücke über den Fluss Ofanto.
Auf der Staatsstraße
93 geht unser Weg weiter; auf der Höhe der „Masseria San Vincenzo“ biegen
wir ab und erreichen nach einigen hundert Metern die archäologische Grabungsstätte
von Canne della Battaglia, wo am 2.
August 216 v.Chr. die Karthager unter Hannibal das römische Heer vernichteten.
Durch eine sanfte Hügellandschaft
mit weitläufigen Olivenhainen erreichen wir Andria.
In der Altstadt erhebt sich am Platz „Piazza Duomo“ die Kathedrale vom Hlg.
Riccardo, dem Schutzheiligen dieser dicht bevölkerten Stadt. Die Hauptfassade
der Kathedrale enthält Elemente aus dem 12. bis 15. Jhd. und insbesondere einen
neuklassischen Portikus. Den oberen Teil hingegen, der später erneuert worden
ist, schmückt eine romanisch-apulische Fensterrose. Das Innere ist in drei
gotische Schiffe eingeteilt. Rechts befindet sich der Zugang zur paläochristlichen
Krypta (aus dem7.-8. Jhd.), wo die beiden Ehefrauen Friedrichs II, die
Kaiserinnen Jolanda von Brienne und Isabella von England, begraben sind. Links
bei der Kathedrale steht der hohe Kirchturm, der über einem früheren
langobardischen Turm errichtet wurde.
Nach dem Besuch von Andria begeben wir uns an die Küste von Barletta
(12 km weit). Diese Stadt wurde in der vorrömischen Zeit gegründet und ist
heute ein wichtiges Handelszentrum. Sie ist besonders sehenswert dank der
zahlreichen in ihr erhaltenen historischen Monumente. Die viereckige Burg der
Hohenstaufen, die über einer normannischen Festung errichtet wurde, steht
direkt an der Küste und beherbergt die „Galleria De Nittis“, in der unter
anderem die Dauerausstellung des impressionistischen Malers Giuseppe De Nittis
zu sehen ist. Gegenüber dem Denkmal an die „Disfida“, einem Zweikampf den
am 13. Februar 1503 dreizehn von Ettore Fieramosca angeführte italienische
Ritter gegen dreizehn französische Ritter siegreich bestanden, befindet sich
die „Cantina della Disfida“, wo während des Krieges zwischen Frankreich uns
Spanien um die Eroberung des Gebietes Capitanata der gefangengenommene französische
Heerführer Gue De La Notte die Italiener der Feigheit bezichtigte. Darauf
ereignete sich der genannte Zweikampf, der Historiker und Dichter inspirierte
und alljährlich im September in der Tradition des „Certame cavalleresco
Disfida di Barletta“ weiterlebt. Es lohnt sich schließlich ein Besuch der
Kirche S. Andrea mit ihrem romanischen Tor, und des barocken Palazzo Della
Marta.
Nun fahren wir die Küste
entlang Richtung Bari und kommen nach 14 km nach Trani,
einem typischen Badeort mit langer historischer Tradition. Im mittelalterlichen
Stadtkern erhebt sich maiestätisch die romanisch-apulische Kathedrale, die im
11. Jhd. über einem antiken paläochristlichen Hügel erbaut worden ist. Das
erneuerte Innere ist in drei Schiffe eingeteilt und enthält eine Krypta mit schönen
Säulen. Elegant ist der Glockenturm mit seinem spitzen Giebel. Die Kirche
Ognissanti (aus dem 12. Jhd.) gehörte dem Tempelorden und zeugt von der Zeit
der Kreuzzüge. Eindrücklich sind der doppelte Bogengang und die Apsis. Das
elegante Herrenhaus der Caccetta (1458) gehört architektonisch in die Spätgotik.
Die hohenstaufische Burg ließ Friedrich II 1233 errichten und wurde eine Zeit
lang als Gefängnis verwendet. Nach umfassenden Erneuerungsarbeiten kann sie nun
wieder in ihrer ursprünglichen Form besucht werden.
Weitere sehenswerte
Kirchen sind: S. Andrea, eine kleine Basilika im byzantinischen Stil, S.
Fracnesco, eine byzantinische Kirche. In Capo Colonna befindet sich eine antike
benediktinische Abtei.8
km von Trani entfernt liegt Bisceglie,
dessen kleiner Fischerhafen einen Besuch wert ist. Zu sehen sind da noch die hübsche
Kirche S. Margherita (1197) mit den Grabstätten der Familie Falcone, und die
romanische Kathedrale S. Adoneo (11. Jhd.) mit einem schönen hölzernen Chor
aus dem 16. Jhd. Wenige Kilometer außerhalb der Ortschaft befindet sich mitten
in einem Olivenhain ein „Dolmen“, eine vorgeschichtliche Grabstätte, die
aus drei riesigen Steinblöcken besteht.
Nach nur 9 km erreichen wir Molfetta,
das einen sehenswerten antiken Stadtkern und einen typischen Fischerhafen hat.
Direkt am Hafen erhebt sich der romanische Dom „Duomo Vecchio“ mit seinen
drei spitzförmigen Kupeln und seinen zwei hohen Glockentürmen. Sehr hübsch
ist sein Inneres.
Außerhalb der Stadt befindet sich der „Pulo“, eine große karsische Höhle
mit übereinander geschichteten Grotten, die im Neolytikum bewohnt waren.
Bald erreichen wir Giovinazzo, eine freundliche Ortschaft mit hübschem Hafen und schönem
antikem Stadtkern.
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