| VIESTE,ist
ein wichtiges Zentrum für den Tourismus im Gargano und eine der ältesten
Städte des antiken Dauniens. Die Historiker, die sie mit der antiken
Stadt Apeneste identifizieren (auch wenn in der Gegend die Reste
einer anderen antiken Stadt, Merinum, gefunden wurden), ordnen deren Ursprung
in die Römische Zeit ein, in welcher der Stadt den Namen zu Ehren
der Göttin Vesta gegeben wurde. Zwei wichtige Besichtigungen sind:
das Stadtmuseums, in welchem einige Grabschätze
aus der nahe liegenden Nekropolis San Salvatore, die auf das IV –
I Jh. v. Chr. zurückgeht, aufbewahrt werden und das Muschelmuseum,
welches über 11.5000 Exemplare aus allen Meeren unseres Planeten
verfügt. Im höchsten Teil des Städtchens befindet sich
das Kastell aus der Normannen Hohenstaufen Zeit, das
jedoch vermutlich schon viel länger existiert; in der Nähe befindet
sich die Kathedrale, eines der ältesten Beispiele
der apulischen Architektur des XI Jahrhunderts, während man im Herzen
der Altstadt auf den „chiang amer“ (bitterer
Stein) trifft: der Tradition nach sollen 1554 während einer Plünderung
durch Dragut Rais, Admiral der osmanischen Flotte von Mahammed II, alle
Alten und Untauglichen, die nicht als Sklaven verkauft werden konnten,
auf einem Stein umgebracht worden sein, dem später den Namen „bitterer
Stein“ gegeben wurde. Die Küste in der Umgebung von Vieste
ist reich an wunderschönen Stränden mit goldenem Sand und steinernen
Schluchten, welche nicht nur aufgrund des naturalistischen Reiz interessant
sind, sondern auch wegen den geschichtlichen Zeugnissen, die sie bewahren.
Auf der anderen Seite der Felswand, direkt südlich des Ortzentrums,
befindet sich der Strand des Kastells, wo sich auch der Pizzomunno
befindet, ein weisser Monolith von über 26 Metern Höhe, der
eine verzehrende Legende in sich trägt: Pizzomunno war ein junger
Fischer, der sich in ein junges Mädchen verliebt hatte. Dieses jedoch
wurde von den eifersüchtigen Meerjungfrauen umgebracht. Der Schmerz
um den Verlust der Geliebten war so gross, dass sich der arme versteinerte.
Nur einmal alle hundert Jahre, in einer Vollmondnacht, wird der Bursche
wieder Mensch, um seine Auserwählte bis zum Sonnenaufgang zu lieben.
PESCHICI lieght über dem Meer auf einem Vorgebirge
(90 M.ü.M.). Im Herzen dieses kleinen charakteristischen Dorfes befindet
sich das Kastell (ein Wachtturm aus dem XVII Jh.), welcher den alten Teil
der Ortschaft vom neuen trennt. Die Besichtigung der Altstadt (die ausschliesslich
zu Fuss erfolgt) erlaubt es, ein atemberaubendes Panorama von den engen
Strassen aus zu geniessen. Ausserdem be?ndet man sich in einem Gewirr
von charakteristischen Häusern mit Kuppeldächern von orientalischem
Ursprung. Zu besichtigen ist auch die an den Schutzpatron, Sant’Elia,
geweihte Kirche. Die Bevölkerung von Peschici verehrt den Heiligen
seit er die Felder und Böden von einer Heuschreckeninvasion befreit
hatte.
Von Peschici aus führt die Strasse in engen Kurven zum Meer und bietet
so einen Blick auf die hohen, mächtigen Küsten, die sich mit
goldenen Sandstränden abwechseln und vom Blau des Meeres umspült
werden. Hier be?nden sich auch die Feriendörfer und verschiedene
Villen, die in gut riechende Pinienwälder eingehüllt sind. Der
Küstenabschnitt zwischen Peschici und Vieste ist von vielzähligen
Trabucco gekennzeichnet; das sind hölzerne Fischerfangvorrichtungen.
Ausserdem kann man verschiedene Aussichtstürme sehen, die sich überall
in Apulien be?nden und von den Aragonesen gebaut wurden, um die Küsten
vor den türkischen Angriffen zu schützen. Besonders muss der
Benediktinerkomplex der Santa Maria di Calena (IX Jh.)
erwähnt werden, in welchem sich immer noch die Kirche, das Refektorium
und die Schlafsäle der Mönche befinden; ein anderes für
den Marienkult wichtiges Gebäude, nur zwei Kilometer von Peschici
entfernt, ist die Kirche der Madonna di Loreto, welche
zwischen dem XVI und dem XVII Jahrhundert gebaut wurde und zwar dort wo
die Jungfrau einigen, von einem Sturm überfallenen Fischern , erschienen
sein soll.
RODI GARGANICO, lieght
auf einem kleinen Vorgebirge der nördlichen Küste
des Gargano und ist von Zitrusp?anzenbäumen umgeben, die von üppigem
Schilf versteckt werden, aber deren Duft überall riechbar ist. Dieses
Städtchen wurde von den Kretern (später liessen sich hier die
Griechen nieder) gegründet und es war von mächtigen Mauern umgeben,
von welchen noch heute einige Spuren sichtbar sind. Die interessanten
geschichtlichen Schätze sind jedoch beinahe alle an Religiöses
gebunden. In der reizenden Altstadt, die von engen Strässchen, Treppen
und kleinen Gärten gekennzeichnet ist, befinden sich die Kirchen
San Nicola di Mira, in byzantinischem Stil, und San
Pietro aus dem XIII Jh. Letztere enthält einige Statuen
aus dem XVI Jahrhundert. Der Hafen ist eine Art Sammelpunkt für die
Touristen, die die Tremiti Inseln besichtigen möchten, denn von hier
aus fährt die Fähre direkt auf die Inseln über.
VICO DEL GARGANO
vom Grün des Umbra Waldes bis zum Blau des Meeres, mit den
Stränden von San Menaio und Calenella.
Es handelt sich um ein malerisches Dorf, dessen ältester Kern das
„Civita Quartier“ ist. Es ist von Strassen
und Strässchen charakterisiert und besondere Aufmerksamkeit gilt
dem Kastell aus der Hohenstaufenzeit, das jedoch im XIV Jahrhundert neu
errichtet wurde. Aus der Hohenstaufenzeit blieben einige Reste eines zylinderförmigen
Wachtturmes, einige Räume mit Kreuzbögen im Ogivalstil und eine
antike Olivenölpresse. Um die schlechte Ernte der Zitrusfrüchte,
die vom kalten Winter zerstört wurden, erfragten die Einwohner von
Vico 1618 beim Papst, den Schutzpatron wechseln zu können. So wurde
der heilige Valentin anstelle des heiligen Norbert zum Schutzpatron; die
Feierlichkeiten des letzteren fielen nämlich in den Monat Juni, was
es unmöglich machte, Hilfe für die kalten Monate zu erbitten.
Noch heute, vom 9. bis zum 15. Februar wird der heilige Valentin gefeiert.
Sein mit Orangen, Klementinen und Zitronen geschmücktes Abbild wird
zur Prozession getragen. Diese Zitrusfrüchte verwandeln sich, falls
sie der geliebten Person geschenkt werden, in Liebe, die im Vico
del Bacio (Gässchen des Kusses – nur 50 cm breit)
aufgebraucht werden soll.
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