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Zu
den wertvollsten Mosaiksteinen, die das Gebiet des Salento zusammensetzen, gehören
sicherlich die Stätte der Heiligkeit, die eine verdiente Anerkennung der tiefen
Ergebenheit eines Volkes darstellen, das seit Jahrtausenden allgemeingültige
Werte instand gehalten hat, wie zum Beispiel den Totenkult, das Überleben der
Seele, das Mysterium des Jenseits, den Glauben in einen allmächtigen Gott. Dies
hat auch den klassischen Geschmack des Lokalpatriotismus, aber den Bewohnern des
Salento liegt die Legende sehr am Herzen, der nach Sankt Peter den Salento
bervorzugt hätte und in Santa Maria di Leuca von Bord gegangen ist und die
gesamte Halbinsel entlang gelaufen ist um zwischen den Steinhaufen die Anfänge
des neuen evangelischen Glaubens zu suchen.
Krypten
der Einsiedler und byzanthinische Krypten
In
der heiligen Dimension stellen die einsiedlerisch- byzanthinischen Krypten und
Kirchen den Begriff einer ebensolchen Realität dar, die Seele als authentischer
und frommer Wächter der geheimnisvollen Mächte, die das Universum beherrschen.
Wenn damals diese Sehnsucht Form und Gestalt in Pietrefitte und Dolmen
angenommen hat, so hat sie in den zwei Jahrtausenden der Christenheit zwei völlig
unterschiedliche Lösungen gewählt: die tiefe Grabung und die Konstruktion des
Überbaus. Zwei Lösungen, die nicht auf Zufall beruhen, sondern auf einer
Kultur basieren, die sich im Laufe der Zeit verwurzelt hat. Die
vorgeschichtliche Gruft, wie sie sich in der messapisch-großgriechischen Form
entwickelt hat, ist der heidnische Tempel der griechisch-römischen Zivilisation.
Was die Einsiedlerkrypten betrifft und generell gesehen das Felsenphänomen der
heiligen Rauminhalte, beginnt die Geschichte im 8. Jh., nach dem Kampf der
Ikonoklasten, den der Kaiser Bysanz Leo III. ausgelöst hatte, als zahlreiche
Einsiedler in den Salento einfielen. Die Einsiedler führten ein asketisches und
beschaulisches Leben und besetzten die Grotten entlang der Küste, und später
als Kirchen und Schlafplätze die Grotten im Inland. Es reicht aus folgende Orte
zu besichtigen um mit der Hand berühren zu können, wieviel Leidenschaft und
Transporte die Farben der anonymen Freskomaler animiert haben in den Felsen- und
Landkirchen des Salento: die Krypta von Santa Marina von Muro Leccese, Santa
Apollonia, im antiken Stadtkern von San Dana in Capo di Leuca, die Madonna del
Gonfalone in Tricase, Santa Maria in Miggiano, die Coelimanna in Supersano,
Santa Maria degli Angeli und die SS. Stefani in Poggiardo und in Vaste, die
Krypte der Favana in Veglie, Giurdignano, Carpignano Salentino, Casarano,
Gallipoli, Ruffano, Ortelle, Otranto (mit den Ruinen des Leuchturms von San
Nicola di Casola), Sanarica, San Cassiano, Specchia, Squinzano, die Felsenkirche
des Crocefisso in Ugento, Giuliano.
Neben den byzanthinischen
Krytpen gibt es weitere Kunstschätze, die das schon reiche Kulturgut des
Salento noch bereichern: die Kirchen. Einige gehen auf das frühe Mittelalter
zurück, als erst noch die byzanthinische Zivilisation vorherrschte (San Pietro
in Otranto, Casaranello) und dann die normannische (Sant’Eufemia in Specchia,
San Pietro in Giuliano, San Giovanni Battista in Patù, und später die mit
wunderschönen Fresken ausgestattete Santa Caterina d’Alessandria, die Bastei
von Cerrate in Squinzano) und weitere zahlreiche aus der humanistischen
Renaissance-Zeit.
Die
Barocke Stadt
Eine
besondere Erwähnung verdient der Barock, die stärkste Dramatisierung des
Glaubens in der Kunst, der seinen Höhepunkt in der eigenartigen Architektur der
Stadt Lecce findet, Welthauptstadt des Barocks. Allein die Basilika von Santa
Croce lohnt ein Besuch im Salento, auch von den entferntesten Gegenden der Welt.
Lecce ist die “Wonne” des Barocks und des Steins von Lecce, von den
wunderschönen Fassaden der Kirchen bis hin zu den Klöstern und den öffentlichen
und privaten Bauten, mit ihren beschiedenen Balkonen und Toren. Der Barcok ist
die Elegie der religiösen Kunst im Salento und ihr letzter großer Ausdruck,
und dies sieht man vor allen Dingen in Lecce und in den anderen Orten, die von
diesem plateresken Phänomen betroffen sind, wie das griechiesche Galatina (reich
an Spuren aus dem 17. Jh., vor allen Dingen die Kathedrale den SS. Pietro e
Paolo gewidmet), das griechische Galatone (mit dem reichen Wallfahrtsort des
Crocefisso della Pietà und der Kirche Maggiore), Nardò (mit der barocken
Piazza Salandra und der bemerkenswerten Kirche San Domenico), Gallipoli und
Alessano.
Auf dieses religiöse Szenarium blicken unangefochten die Glockentürme, von
denen der kleineren Kirchen bis hin zu den eindrucksvollen Fialen von Lecce,
Soleto, Sternatia, Maglia, Copertino, die als versteinerter Überraschungseffekt
in der salentinischen Ebene wirken.
Die
Orte des Geistes
Die
Orte des Geistes finden sich wieder in Otranto, in der herrlichen Kathedrale,
mit Portal und Fensterrose aus dem späten 15. Jh. und mit Mosaiken aus dem 12.
Jh., die auch den distanziertesten Besucher beeindrucken; in den paläochristlichen
Mosaiken in Santa Maria della Croce (Casaranello) in Casarano; in der Kirche San
Domenico in Nardò; in der Kathedrale Sant’Agata aus dem 16. Jh. und in der
Kirche der Purità in Gallipoli, in der abgelegenen Kirche des Diavolo in
Tricase; in den mittelalterlichen Fresken in Santa Maria in Cerrate, schon
Wohnort der basilianischen Mönche; und auf der gegenüberliegenden Seite im
Wallfahrtsort von Leuca, obligatorische Tappe für jeden Gläubigen; in den
herrlich mit Fresken verzierten Gewölben der gotischen Santa Caterina
d’Alessandria in Galatina, wirkliche Wallfahrtsorte für die Kunst nicht nur
der Renaissance, der Gotik oder des Barocks, sondern der Kunst jeder Zeit.
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