Die Dörfer des Wirbelsturms Home Page

Wenn man die griechische Kolonisierung und die weitere Hellenisierung Süditaliens betrachtet, ist das salentinische Griechenland ein geographischer Beutel, der derzeit die Gemeinden von Calimera, Castrignano dei Greci, Corigliano d’Otranto, Martano, Martignano, Melpignano, Soleto, Sternatia und Zollino enthält, im Herzen des östlichen Salento, wo noch heute Spuren der griechisch-byzanthinischen Zivilisation zu finden sind, und wo das Griko überlebt hat, das dem moderen Griechisch sehr ähnlich ist. Diese griechische Enklave ist leicht mit dem Auto von Lecce, Otranto, Gallipoli oder Santa Maria di Leuca aus zu erreichen.
“Wir sind Griechen, und dies zu unserem Ruhm”, hiess es im Knigge und aus gutem Grund. Und sei es auch nur wegen der Legenden, in denen es heißt, dass all diese Orte verschont gebleiben sind von Wirbelstürmen und Taifunen, meistens durch Fürbitte der östlichen Heiligen. Das salentinische Griechenland ist noch heute reich an außergewöhnlichen geschichtlichen und künstlerischen Spuren, von den Menhiren bis hin zu den Dolmen und den Steinhaufen (der berühmte Steinhaufen der Mori in Martano), bis hin zu dem “gelöcherten Stein” und dem “Stein der Fruchtbarkeit” von Calimera in der Kirche San Vito, der in der Symbolik der Läuterung und der Wiedergeburt ähnliche Versöhnungsriten aufnimmt wie das gegenüberliegende Griechenland; weitehin: die priesterlichen und wunderschönen Ikonen der Lauren und der basilianischen Klöster, die Krypten (die von San Biagio in Calimera, die sich in dem gleichnamigen natur-archäeologischem Park befindet; die von Sant’Onofrio in Castrignano dei Greci, die auf das 15. Jh. der christlichen Ära zurückgeht, während der San Sebastiano in der gleichnamigen Krypte in Sternatia auf das Jahr 1100 zurückgeht); die Klöster, die Schlösser (das von Corigliano d’Otranto aus dem 15. Jh. ist beeindruckend und auch die Festung Granafei in Sternatia), die Kirchen, wie zum Beispiel der barocke Klosterkomplex der Augustiner in Melpignano, der Glockenturm von Sterantia, die gotische Fiale in Soleto und die genauso wunderschönen Fresken in der Kirche Santo Stefano aus dem 15. Jh. auch in Soleto, die der Assunta gewidmeten Pfarrkirche in Martano. Dann sind da noch zu erwähnen die Adelspaläste in Martano, in Corigliano d’Otranto, in Calimera und in Martignano, weiterhin die charakteristischen Brunnen von Castrignano dei Greci, von Soleto und von Zollino, antike Grufttechnik für die Aufbewahrung von Regenwasser.    
Wenn es eine Eigenschaft gibt, die all diese Orte gemeinsam haben, dann ist das die Überlebenskunst, das Gedächtnis an den griechischen Ritus, der hier weit verbreitet war bis zum 17. Jh., und der griechischen Sprache, die sich in den Ortsnamen niedergeschlagen hat, und mit derselben Orginalität hat sich auch die Architektur verbreitet (die Mehrfamilienhöfe, zum Beispeil, in ihrem blendenden Weiss, die Balkone, die Dekorationen in Rautenform), dazu kommen die Sitten und Gebräuche, die dieses Gebiet so einzigartig in der Welt machen und deswegen sicherlich der Aufmerksamkeit von seiten des Kulturtourismus wert ist.